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Allgemein

Im Fokus der Aktienmärkte standen im November erneut die Zentralbanken insbesondere die diversen Reden von EZB-Präsident Mario Draghi. Dieser stimmte die Finanzmärkte Mitte des Monats auf weitere expansive Schritte der EZB ein. Die Aktienmärkte konnten die Verluste, welche zu Monatsbeginn erlitten wurden, in der Folge wieder wettmachen.

Die geopolitischen Spannungen schienen etwas auf die US-Konsumentenstimmung zu drücken, dies im Gegensatz zu den Stimmungsindikatoren bei den Unternehmen, welche sich weiter verbesserten. Insgesamt wiesen die Daten in den USA immer noch auf eine robuste Entwicklung hin. Die Autoverkäufe lagen mit annualisierten 18.2 Mio. Einheiten auf dem höchsten Wert seit Sommer 2005. Trotz einem etwas schwachen ISM-Teilindex für die Beschäftigung signalisierten die anderen Daten auch für den Arbeitsmarkt weitere Fortschritte.

China’s Makrodaten zeichneten weiterhin ein gemischtes Bild. Der laufende Transformationsprozess der chinesischen Volkswirtschaft wird nach wie vor durch schwache Industriedaten einerseits und positiv verlaufende Daten aus dem Dienstleistungssektor sowie erfreuliche Einzelhandelsumsätze anderseits bestätigt (siehe IM FOKUS). Der Immobilienmarkt scheint langsam Boden zu finden und die Häuserpreise legten wieder leicht zu. Deutschland entwickelt sich weiterhin gut. Zunehmend machten auch andere wichtige Wirtschaftsnationen der Eurozone mit positiven Meldungen von sich reden und die Kreditgewährung verbessert sich nun bereits seit Monaten. Die Inflation in der Eurozone war im Oktober zwar leicht höher als erwartet, mit einem Plus von 1.1% ist die Preisentwicklung aber weiterhin zu schwach. Die Realwirtschaft der Schweiz hingegen wies erste Anzeichen einer währungsbedingten Schwäche auf. Japan rutschte wie erwartet in eine leichte technische Rezession und mit weiteren Massnahmen fiskalischer und geldpolitischer Natur wird zu rechnen sein (IM FOKUS).

Aktien

Die Aktienmärkte wiesen auch im November eine erhöhte Volatilität auf, der VIX notierte zeitweise wieder über 20%.

Die beachtliche Resistenz gegen nachhaltige Rückschläge wurde aber erneut bestätigt und die Märkte profitierten wiederum von schnell einsetzenden Anschlusskäufen. So konnten die meisten Aktienindizes im November nochmals leicht zulegen. Grössere Ausnahmen bildeten im positiven Sinne Japan und Deutschland mit über +3% und im negativen Sinne China mit -3%. Der vormals gebeutelte Biotech-Sektor konnte sich weiter erholen, der breite Nasdaq Biotech Index legte 2.6% zu. Zu den Verlierern gehörten erneut Minenwerte, zumal der Abwärtstrend bei den Rohstoffen nach wie vor ungebrochen scheint. Wir haben die temporäre Schwäche bei den Aktien in der ersten Monatshälfte für einen Ausbau der Positionierung genutzt.

Obligationen

In den USA verharrte die Kerninflation weiterhin hartnäckig unter der angestrebten Schwelle von 2%. Die erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung macht ein weiteres Aufschieben der Zinswende aber immer schwieriger. Die Marktteilnehmer rechnen am nächsten FOMC-Meeting von Mitte Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 80% mit der ersten Zinserhöhung seit Juni 2006. Im Hinblick auf das Meeting der EZB vom Donnerstag wird auf eine Ausweitung des Anleihenkaufprogramms respektive einer Senkung der bereits negativen Leitzinsen spekuliert. Weil damit gerechnet werden muss, dass die Schweiz auf allfällige EZB-Massnahmen reagieren wird, haben die Kapitalmarktrenditen in der Schweiz neue Rekordtiefs erreicht. 10-jährige Eidgenossen rentierten zuletzt noch mit -0.35%. Auch in Europa tendierten die Renditen auf dem Kapitalmarkt auf breiter Front tiefer. Im Gegensatz dazu legten de Verfallsrenditen in den USA weiter zu, 10-jährige Treasuries rentierten wieder mit 2.2%.

Währungen

Die Aussichten auf das baldige Auseinandergehen der US-Geldpolitik vom Rest der Welt haben mit etwas Verzögerung doch noch zu einer weiteren USD-Aufwertung geführt. So legte der Greenback auf breiter Front zu, der handelsgewichtete Dollar-Index gewann 3.3%. Die SNB wird hinter den Kulissen bereits seit Wochen an einem Verteidigungsdispositiv gegen eine weitere CHF-Stärke arbeiten. Die leichte Abschwächung als Folge der enttäuschenden Daten zur Industrieproduktion in der Schweiz wird man mit einer gewissen Erleichterung zur Kenntnis genommen haben. Eine nochmalige leichte Abwertung des chinesischen Yuan scheint aufgrund der verhaltenen Wirtschaftsdaten durchaus möglich. China unternimmt weitere Schritte um den Yuan als globale Reservewährung zu lancieren, seit letzter Woche ist dieser nun auch zum Franken direkt konvertierbar.

Ausblick

Wir gehen weiterhin von einem sehr behutsamen Vorgehen des FED aus und rechnen nicht mit einer Reihe von weiteren Zinserhöhungen im ersten Halbjahr 2016. Die Aktienmärkte werden von Europa und auch Japan weiterhin grosszügig mit Liquidität versorgt und so auch im kommenden Jahr von den Zentralbanken unterstützt werden. In Japan ist zudem eine deutliche Senkung der Unternehmensgewinnsteuern geplant, eine Umsetzung dürfte den lokalen Märkten ebenfalls weiter Auftrieb verleihen. Die Alternativlosigkeit zu Aktienanlagen scheint uns auch inskünftig zu begleiten, weshalb wir das aufgebaute Übergewicht vorderhand beibehalten werden.

 

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