2025 war ein Jahr spürbarer politischer und wirtschaftlicher Dynamik, das die globalen Märkte und Institutionen in Bewegung hielt. Die vom US‑Präsidenten am 2. April eingeführten Zölle sorgten zeitweise für deutliche Marktreaktionen und veränderten die Risikoeinschätzung vieler Investoren. Wie die Entscheidung des Supreme Court zur rechtlichen Grundlage der Zollmassnahmen ausfallen wird, bleibt eine der wichtigsten offenen Fragen – auch weil alternative gesetzliche Wege bereitstehen, die eine Weiterführung der Handelspolitik ermöglichen würden. Im Dezember nahm die Federal Reserve eine Anpassung vor, um die kurzfristige Geldversorgung im Finanzsystem zu stabilisieren. Zuvor waren die Reserven der Banken gesunken, was zeitweise zu spürbaren Spannungen im wichtigen Tagesgeldmarkt geführt hatte. Mit dem neuen T‑Bill‑Kaufprogramm schuf sie gezielt Stabilität für die kurzen Laufzeiten. Diskussionen über ihre zukünftige Führung und geldpolitische Ausrichtung sorgen derzeit für zusätzliche Aufmerksamkeit, ohne jedoch die Marktfunktionsfähigkeit grundsätzlich infrage zu stellen. Deutlich positiver fiel der Blick auf die Schweiz aus: Das KOF‑Konjunkturbarometer legte zum Jahresende weiter zu und deutet auf einen soliden Start ins Jahr 2026 hin. Vor allem das Verarbeitende Gewerbe zeigte sich robust. Während einige Nachfrageindikatoren zwar verhalten bleiben, deutet die Gesamtstimmung klar auf eine moderate konjunkturelle Verbesserung hin. Insgesamt lässt sich 2025 als ein Jahr beschreiben, in dem politische Weichenstellungen und institutionelle Anpassungen weltweit für Bewegung sorgten – begleitet von Bereichen, in denen sich trotz globaler Turbulenzen stabile oder sogar zunehmend positive Trends abzeichneten.
Das vergangene Jahr brachte im globalen Marktgefüge eine deutliche Verschiebung: Während US‑Aktien in Lokalwährung ordentliche Gewinne erzielten, wurden sie währungsbereinigt erstmals seit Jahren klar von diversen internationalen Märkten übertroffen. Europäische Aktien, Japan, China und zahlreiche Schwellenländer profitierten unter anderem von günstigeren Bewertungen, einem schwächeren US-Dollar und neuen technologischen Impulsen. Zusätzlich rückte die globale Wahrnehmung der USA stärker in den Fokus. Handelspolitische Spannungen und wachsende politische Unsicherheit führten dazu, dass internationale Investoren ihre starke Abhängigkeit vom US-Aktienmarkt überdachten und verstärkt geografisch diversifizieren. Im Technologiesektor sorgten massive Investitionen in die KI‑Infrastruktur für enorme Kapitalströme. Die hohen Bewertungen im Technologiesektor werden derweil kontrovers diskutiert: Während die einen von einem rational getriebenen Innovationsschub ausgehen, sehen andere im Hype auf KI-Aktien deutliche Anzeichen einer klassischen Spekulationsblase. Beide Sichtweisen sind aus unserer Perspektive nachvollziehbar. Für die führenden US‑Technologieunternehmen markiert die Entwicklung von KI einen strategisch entscheidenden Moment. Ein Zurückhalten bei Investitionen birgt das Risiko, im technologischen Wettbewerb an Boden zu verlieren und damit zentrale Elemente des eigenen Geschäftsmodells zu gefährden. Gleichzeitig ist der Aufbau moderner KI‑Infrastruktur äusserst kapitalintensiv. Da diese Unternehmen über erhebliche finanzielle Ressourcen verfügen, entsteht ein dynamischer Wettbewerb um Kapazitäten und technologische Führerschaft. Unter diesen Bedingungen scheint es rational, die eigene KI‑Infrastruktur zügig und umfassend auszubauen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ob sich diese Investitionen für alle Unternehmen auszahlen, bleibt jedoch offen – für Aktieninvestoren ist diese Frage jedoch von zentraler Bedeutung. Das gilt umso mehr, als die sogenannten «Hyperscaler» in nahezu allen globalen Aktienindizes ein erhebliches Gewicht besitzen. Entsprechend wirken sich ihre Investitionsentscheidungen und deren Erfolgsaussichten unmittelbar auf die Entwicklung breiter Marktsegmente aus.
Gold und Silber rückten im Jahresverlauf ins Zentrum der Anlegeraufmerksamkeit und stiegen zu neuen Rekordhöhen. Viele Anleger nutzten Edelmetalle als Absicherung gegen politische Risiken, Inflationssorgen und die zunehmende Unsicherheit rund um die US‑Geld- und Handelspolitik. Eine bemerkenswerte Entwicklung liess sich derweil auch im europäischen Anleihenmarkt beobachten: Italien und Spanien rückten mit sinkenden Risikoaufschlägen deutlich näher an Deutschland heran, während andere klassische Kernländer wie Frankreich an Attraktivität verloren. In den USA prägte ein aussergewöhnlicher Emissionsboom den Unternehmensanleihemarkt, getrieben von den oben genannten massiven KI‑Investitionen. Letzterer ist auch an den privaten Kreditmärkten deutlich zu spüren, denn die US-Technologiekonzerne finanzieren inzwischen über 120 Mrd. USD an KI‑Rechenzentren über Zweckgesellschaften ausserhalb ihrer Bilanzen. Dies schützt zwar ihre Kreditratings, sorgt jedoch lediglich für eine Verlagerung der entsprechenden Risiken. Auf der Währungsseite schwächte sich der US‑Dollar spürbar ab. Insgesamt zeigte sich 2025 ein Umfeld, in dem Kapital vermehrt in reale Sicherheiten wie Gold und Silber sowie geografisch diverser angelegt wurde.
2026 verspricht ein politisch und wirtschaftlich intensives Jahr zu werden. Der US Supreme Court Entscheid zu den Zöllen, ein weiterer möglicher Regierungsstillstand und die Ernennung eines neuen Fed-Vorsitzenden sorgen für zusätzliche Spannung. Gleichzeitig prägen internationale Konflikte die geopolitische Lage. Trotz vom IWF erwarteter globaler Wachstumsraten um 3 % bleiben Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI‑Booms bestehen. Unser Fokus auf Sachwerte bleibt auch Anfang 2026 bestehen. Von Edelmetallen sind wir weiterhin überzeugt, haben jedoch im Dezember gezielte Rebalancings vorgenommen und unsere Allokation im Schweizer Immobilienmarkt leicht erhöht. In der Aktienquote bleiben wir in der Schweiz übergewichtet, während wir in der globalen Allokation im Dezember den Faktor Qualität weiter ausgebaut haben. Dank unserer asymmetrischen Absicherungsstrategien partizipieren wir weiterhin an Kursgewinnen, während das entsprechende Abwärtsrisiko begrenzt bleibt. Insgesamt bleiben unsere Portfolios wie bisher breit und robust diversifiziert.