Die amerikanische Wirtschaft wächst nach wie vor robust. Während sich die Abkühlungstendenzen am Arbeitsmarkt sowie die inflationsbedingt höheren Lebenskosten mittelfristig zwar in einem tieferen Konsum manifestieren könnten, ist eine unmittelbar bevorstehende Rezession nach wie vor nicht absehbar. Die Situation in Europa hat sich währenddessen nicht gross verändert und der mittelfristige Ausblick bleibt vorerst schwach. In Deutschland könnte sich mit dem Auseinanderbrechen der bisherigen sogenannten Ampel-Koalition und den erwarteten Neuwahlen im Februar 2025 womöglich der Fiskalausblick ändern. Zinssenkungen in Europa sind zwar bereits beschlossen und implementiert, jedoch dauert es erfahrungsgemäss mehrere Monate, bis sich spürbare Effekte in der Realwirtschaft bemerkbar machen. Die protektionistischen Massnahmen der USA könnten das europäische Wachstum in der Zukunft zusätzlich belasten, während allfällige weitere Stimuli aus China einen positiven Wachstumsbeitrag leisten könnten.
US-Aktien schnitten im November einmal mehr deutlich am besten ab. So schloss der S&P 500 den Monat mit +5.9% ab, während der Euro Stoxx 50 um -0.3% in EUR bzw. -3.0% in USD tiefer notierte. Der Swiss Performance Index entwickelte sich mit einer Rendite von -0.3% in CHF (-2% in USD) zwar besser als europäische Aktien, im Quervergleich sind dies dennoch 8 Prozentpunkte tiefer in USD als der S&P 500, allein im November. Die klaren Gewinner des Monats waren in den USA Aktien kleinerer bis mittlerer Unternehmen. Während aufs Jahr gesehen nicht einmal 40% der S&P 500 Bestandteile diesen zu schlagen vermochten, war es im November weitaus mehr als die Hälfte. Der Chiphersteller Nvidia konnte im November bei der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen abermals überzeugen und übertraf die Konsenserwartungen. Für das vierte Quartal prognostiziert das Unternehmen zwar einen höheren Umsatz, dieser vermochte die Markterwartungen jedoch nicht zu erfüllen und so wurde die Aktie in den vergangenen Tagen abverkauft.
Das Zinsniveau in der Schweiz ist im November gesunken. So erhält man für 2-jährige respektive 10-jährige Eidgenossen noch 0.18% bzw. 0.25%, was 29 bps respektive 20 bps tiefer ist als noch im Vormonat. Die näher rückende Grenze von 0% kommentierte SNB-Präsident Martin Schlegel damit, dass Negativzinsen zwar nicht das favorisierte Mittel der SNB seien, wenn nötig aber als Instrument zur Verfügung stehen. Das Schweizer Zinsniveau steht im Gegensatz zu jenem in den USA, wo für 2-jährige Staatsanleihen 4.15% und für 10-jährige 4.2% bezahlt werden. Die Rendite ist am kürzeren Ende unverändert geblieben und am längeren Ende um 11 bps gefallen. Die US-Zinskurve ist somit wieder flacher geworden und würde bei einer entsprechenden Entwicklung rasch invertieren. Der Goldpreis hat im November eine Verschnaufpause eingelegt und notiert mit -3.7% bei 2’643 USD pro Feinunze, was für das laufende Jahr dennoch einem Preisanstieg von fast 28% gleichkommt. Der US Dollar Index legte im November nochmals um 1.7% zu.
Die bevorstehende zweite Amtszeit von Donald Trump wird für die weitere Entwicklung der meisten Anlageklassen starke Auswirkungen haben. Die Auswirkungen der geplanten Handelszölle auf das Budgetdefizit der USA sind nicht klar. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese und allfällige Reaktionen der betroffenen Länder starke Implikationen für die Weltwirtschaft haben werden. Insgesamt besteht viel Unsicherheit im Ausblick mit Bezug auf die neue Regierung. Wir halten vorerst an einem leicht positiven Ausblick für Aktien fest und gehen davon aus, dass US-Aktien zu den Gewinnern von den Steuersenkungen und den protektionistischen Massnahmen gehören werden. Die Bewertungen sind allerdings sowohl im internationalen Vergleich als auch im historischen Kontext hoch und stellen ein Risiko dar. Mehr denn je setzen wir auf eine angemessene Diversifikation im Portfolio und halten nebst Anleihen hoher Qualität auch Rohstoffe wie Gold, dekorrelierende Strategien sowie asymmetrische Absicherungen.