Im März 2025 hat sich die Politik in Deutschland auf ein umfassendes Finanzpaket geeinigt, das sowohl erhebliche Investitionen in die Infrastruktur als auch eine Reform der Schuldenbremse zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben vorsieht. Ein zentrales Element dieses Pakets ist die Einrichtung eines Sondervermögens in Höhe von 500 Milliarden Euro, das über einen Zeitraum von zwölf Jahren zusätzliche Investitionen ermöglichen soll. Die Mittel sollen vorrangig in die Modernisierung und den Ausbau der Verkehrswege, die Förderung nachhaltiger Energieprojekte, die Digitalisierung sowie in Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen fließen. Parallel dazu wurde eine Reform der Schuldenbremse beschlossen, die es ermöglicht, Verteidigungsausgaben, die 1 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) übersteigen, von der Schuldenregel auszunehmen. Dies erlaubt es, zusätzliche Mittel für die Bundeswehr bereitzustellen, ohne andere Haushaltsbereiche zu belasten. Diese Massnahmen markieren einen bedeutenden Kurswechsel in der deutschen Finanz- und Verteidigungspolitik und sollen dazu beitragen, die wirtschaftliche Resilienz und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands in den kommenden Jahren zu stärken. Der Handelskonflikt zwischen den USA, Europa, Mexiko und China eskalierte weiter durch eine Reihe von Zollerhöhungen und Gegenmaßnahmen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, ab dem 2. April Zölle von 25 Prozent auf alle importierten Autos zu erheben, um die US-Automobilindustrie zu stärken und Handelsdefizite zu reduzieren. Als Reaktion darauf plant die Europäische Union, ab April Vergeltungszölle auf US-Produkte wie Whiskey, Motorräder und Boote zu erheben. Diese Gegenmaßnahmen zielen darauf ab, die europäischen Interessen zu schützen und ein Gleichgewicht im transatlantischen Handel zu wahren. Auch die anderen Länder wie Mexiko und Kanada kündigten Gegenmassnahmen an. Die Unsicherheit im Zollkonflikt ist immens, was sich in rekordhoher Verstimmung des Konsumentenvertrauens spiegelt. Noch hat sich diese Verstimmung jedoch nicht in der Realwirtschaft niedergeschlagen.
Die erratische Handelspolitik der USA sorgte bei den Marktteilnehmern für Wachstumsängste und trug wesentlich zur weiteren Underperformance von US-Aktien im März bei. Zukünftig könnten die Handelszölle in verschiedenen Sektoren zu einem Anstieg des Preisniveaus in den USA führen, was den Konsum voraussichtlich erheblich belasten wird. Andererseits sorgen sie bereits aktuell für erhebliche Planungsunsicherheit und könnten zu weniger Investitionen der Unternehmen führen. Zwar sind US-Aktien als Folge der gesunkenen Kurse etwas weniger teuer geworden, günstig sind sie jedoch nicht. Vor dem konjunkturellen Hintergrund bergen sie aus unserer Sicht nach wie vor entsprechendes Rückschlagpotenzial. Ohne Zweifel werden die US-Zölle auch die europäische Konjunktur beeinflussen und sich entsprechend auf die Aktienkurse auswirken. Das Frühlingserwachen der europäischen Politik werten wir mittelfristig dennoch positiv. Das geplante Infrastrukturprogramm dürfte in Anbetracht vernünftiger Bewertungen stützend auf den europäischen, aber auch auf den schweizerischen Aktienmarkt wirken.
Auch die europäischen Anleihenmärkte haben auf die Ankündigung zum Infrastrukturprogramm reagiert. Das Renditeniveau für 10-jährige deutsche Staatsanleihen ist angestiegen und da die EZB – ebenso wie die SNB – ihren Leitzins im März gesenkt hat, ist die Zinskurve steiler geworden. Da deutsche Staatsanleihen als Massstab für andere EU-Länder dienen, sind auch die Refinanzierungskosten von Ländern wie Frankreich oder Italien gestiegen. Für EU-Länder mit einem höheren Schuldenniveau könnte dies Pläne in Bezug auf höhere Verteidigungsausgaben erschweren, denn ohne Einsparungen in anderen Bereichen würde dies zu einer noch höheren Verschuldung und damit zu höheren Risikoaufschlägen führen. Der Euro hat hinsichtlich des höheren Zinsniveaus gegenüber dem Schweizer Franken aufgewertet, während der US-Dollar schwächer geworden ist. Eine sehr positive Entwicklung haben Gold und Silber (nicht nur) im vergangenen Monat erreicht. Dies erachten wir angesichts der vorherrschenden politischen Situation allerdings als angebracht und gehen davon aus, dass noch weiteres Potenzial für Kursanstiege bei den beiden Edelmetallen, aber auch bei anderen Rohstoffen, vorhanden ist.
Im März haben sich die vielfältigen Risiken akzentuiert und sind auch an den Finanzmärkten deutlich in den Vordergrund geraten. Der laufende Handelskrieg riskiert eine Stagflation ausgehend von der US-Wirtschaft. Laut einer Umfrage der Bank of America haben Fondsmanager ihr US-Aktienexposure in einem rekordhohen Tempo zurückgefahren. Auch wir haben mit Blick auf die aktuelle Situation und die nach wie vor hohen Bewertungen unseren Anteil an US-Aktien seit Jahresbeginn zu Gunsten von Aktien entwickelter Länder ohne USA reduziert. Damit tragen wir unserem Credo einer soliden Diversifikation Rechnung, denn der Anteil von US-Aktien am Weltmarkt ist mit über 70% äusserst hoch, ebenso wie die Konzentration innerhalb des amerikanischen Aktienmarkts. Gute Gelegenheiten boten sich ausserdem in der zweiten Hälfte vom März bei den Neuemissionen von Schweizer Anleihen. Diese haben wir genutzt und den Anteil an Schweizer Anleihen zu Lasten ausländischer Staatsanleihen erhöht. An unseren Absicherungen halten wir nach wie vor fest und gehen davon aus, dass auch unsere Edelmetallallokation in absehbarer Zukunft attraktive Renditebeiträge liefern wird.