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Allgemein

Der positive Trend setzte sich im März an den Finanzmärkten fort. Angetrieben wurde dieser einerseits durch die solide US-Konjunktur und andererseits durch die Bestätigung der US-Notenbank die Zinsen im Jahresverlauf senken zu wollen. Obwohl die Gesamtinflation Anzeichen einer weiteren Abschwächung zeigte, verharrte die Kerninflation auf einem hartnäckig hohen Niveau, was auch die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft unterstreicht. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die US-Notenbank im Juni beträgt gut 60%. Zinssenkungen bei anhaltendem rauen Inflationsausblick und rekordhohen Fiskaldefiziten lassen vermehrt Stimmen ertönen, welche die Zinskurvenkontrolle in den USA näher rücken sehen. Die Verbraucherstimmung blieb positiv und unterstreicht somit die anhaltend starke Konsumentendynamik, auch wenn die Erwartungen etwas enttäuscht wurden - so notiert der Michigan Konsumentenindex weiter auf dem höchsten Niveau seit 2021. In der Eurozone blieb die wirtschaftliche Stimmung gemischt, mit stabilen Beschäftigungserwartungen und einer leicht verbesserten Verbraucherstimmung, trotz regionaler Unterschiede. Die EZB hielt an ihrer Geldpolitik fest, während die SNB den Leitzins überraschend früh senkte und die Bank of Japan ihre Negativzinspolitik mit der ersten Zinserhöhung seit 2007 beendete. Eine Kerninflation über dem 2% Ziel und Lohnverhandlungen der Japanischen Gewerkschaften („Shunto“) dürften Anlass zum nun doch etwas früher als erwarteten Ende der Negativzinspolitik gewesen sein. Die Gewerkschaften erzielten Lohnerhöhungen in einem Ausmass, welche letztmals vor 30 Jahren durchgesetzt werden konnten. Die realen Zinsen bleiben trotz Erhöhung sehr negativ. Hierzulande hatte die SNB als erste der grossen Notenbanken dank der gesunkenen Inflation die Zinsen überraschend für viele Marktbeobachter bereits gesenkt. Die Inflation notiert mit 1.2% komfortabel im Zielband von 0% bis 2%. Die fallenden Inflationszahlen im Euroraum dürften auch die EZB im Sommer zur Zinssenkung bewegen. So erwartet es der Markt.

Aktienmärkte

Die Aktienmärkte setzten die Aufwärtsbewegung ungehindert bei tiefer Volatilität fort. Die Unterstützung der Notenbanken und die positiven Gewinnaussichten für das erste Quartal 2024 untermauerten diesen Trend. Die Quartalsgewinne der US-Aktien dürften nach den Erwartungen der Analysten um 3,4 % steigen und für das Gesamtjahr 11 % erreichen. Die Sektoren IT und Versorger dürften im 1. Quartal 2024 ein stattliches Wachstum von über 20% aufweisen (siehe FOKUS). Analysten rechnen mit weiter steigenden Notierungen an den Aktienmärkten – jüngst haben diese die Dynamik am Markt zwar eher unterschätzt. Die Aktienmärkte schlossen das erste Quartal insgesamt sehr positiv ab. Historisch haben Gewinnserien der letzten fünf Monate (positive Börsenmonate November bis März) im Schnitt mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Gewinne auf die nächsten 12 Monate angezeigt. Bei der Marktentwicklung ist der Spitzenreiter für das erste Quartal 2024 wiederum der japanische Aktienmarkt. Dieser profitierte anhaltend von einer schwachen Währung und positiven Veränderungen auf Seite der Unternehmensführung und einer aktionärsfreundlicheren Politik, welche Aktienrückkäufe fördert. An zweiter Stelle rücken Märkte in Europa vor, allen voran Italien, gefolgt vom EuroStoxx50. Der Schweizer Aktienmarkt bleibt hingegen ohne vergleichbare Dynamik.

Zinsen, Rohstoffe

Die US-Renditen veränderten sich kaum. In der Eurozone hingegen fielen die Verfallsrenditen um 10-20 Basispunkte. Zehnjährige Anleihen der Eidgenossenschaft werfen aktuell weniger als 0.6% p.a. ab. Die US-Zinskurve (2-10 Jahre) wies mit über 600 Tagen die längste Inversionsperiode ihrer Geschichte auf. Eine vergleichbar lange Inversion gab es letztmals in den Siebzigerjahren. Ein inverse Zinsstruktur ist oftmals ein Vorbote für eine Rezession. Bis heute kann von einer Rezession in den USA noch gar nicht die Rede sein, was jedoch nicht bedeutet, dass es später nicht doch noch zu einer solchen führen kann. Für den Moment zeigen die Daten wie beschrieben keine deutliche Wachstumsabkühlung. Gold und Silber stiegen um fast 8%. In den Metallen werden Käufer des globalen Südens vermutet. Auch Öl und der Kupferpreis stiegen an.

Ausblick

Die Rezessionswahrscheinlichkeit hat seit geraumer Zeit abgenommen. Auch das Conference Board, welche den Leading Indicator in den USA veröffentlicht, hob jüngst die Rezessionswarnung wieder auf, obwohl der Leading Index bis im Februar 22 Monate in Folge fiel. Sechs der zehn Subkomponenten des Index zeigten seit 6 Monaten eine positive Entwicklung auf, sodass derzeit keine verdichteten Anzeichen für eine Rezession vorhanden mehr seien. Bisher verkraftete die globale Wirtschaft den Straffungszyklus der Zentralbanken damit gut. Die bisherigen Symptome im weltweiten wirtschaftlichen Fundament (steigende Verzugsraten, Kreditausfälle, Regionalbankenkrise, fallende Immobilienpreise und abnehmende Ersparnisse des Konsumenten) sind Vorboten einer möglichen Abschwächung, denen die Zentralbanken mit den bereits skizzierten Zinssenkungen entgegnen wollen. Wir tragen diesem Umfeld weiterhin mit einer soliden Diversifikation Rechnung. Chancen in strukturellen Sektoren der Energiewende, Technologie und dem Kapitalgüter-Boom nehmen wir aktiv wahr. Anlagen in Anleihen, Gold und Alternativen liefern zusätzliche Diversifikation.

 

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