Marktkommentar März 2018

Allgemein

Die verschärften protektionistischen Töne der USA haben die Aktienmärkte im März südwärts gesendet. Die Zölle auf chinesische Importe führten zu Panik unter den Aktieninvestoren und Chinas Reaktion liess nicht lange auf sich warten. Die Reaktion fiel jedoch moderat aus und ein aggressiver Ton wurde dabei vermieden. Der verstärkte Fokus auf die destruktiven Wahlkampfthemen des amtierenden US Präsidenten ist nicht überraschend im Vorfeld des Vorwahljahres 2019. Die US Notenbank erhöhte die Leitzinsen erwartungsgemäss, überraschte die Marktteilnehmer jedoch mit einem unveränderten Zinserhöhungspfad für dieses Jahr. Die FOMC Mitglieder haben ihre Erwartungen für die Folgejahre leicht erhöht und in der Summe die Mittelfristprognose nach oben korrigiert. Die diplomatischen Spannungen haben sich im Zusammenhang mit der Vergiftung des russischen Ex-Spions Sergej Skripal deutlich verschärft. Der Westen zeigte sich vereint und trat bestimmt gegen Russland auf. Die USA und England haben bereits Russische Diplomaten des Landes verwiesen und Europa hat den Botschafter in Moskau abgezogen. Die Konjunkturdaten aus Europa lagen jüngst unter den Erwartungen, während die Datenlage in den USA und den Emerging Markets nach wie vor sehr konstant und konstruktiv ist.

 

Aktienmärkte

Die Aktienmärkte waren angesichts der beschriebenen allgemeinen Lage sehr volatil und verbuchten Tagesgewinne- und Verluste, welche letztmals vor zwei bis drei Jahren zu beobachten waren. Das Umfeld historisch tiefer Volatilität dürfte allmählich vorbei sein. Der VIX Index verharrt bereits seit längerem über 15 und beendete den März bei knapp 20%. Die US Märkte befinden sich seit Jahresbeginn - trotz grösserer Verluste innerhalb des Technologiesektors im März - an der Spitze der wichtigsten Indizes. Auch aus Perspektive der Trendstärke sind die US Aktienbörsen bisher immer noch robust - positiv herausstechen konnten Momentumprämien in diesem harschen Umfeld. So erzielte unsere Strategie im aktuellen Jahr bis Ende März +9.8%, während der S&P 500 Total Return -0.8% verlor (siehe auch IM FOKUS). Neben der von höherer Unsicherheit geprägten Lage, drückte der überproportional starke Ausverkauf der Technologiewerte auf die Marktstimmung. Auslöser waren unter anderem die Titel Facebook, welche nach dem Datenskandal im Fall Cambridge-Analytica starke Kurseinbussen erlitten sowie Amazon, welche Trump stärker regulieren und mit höheren Steuern belasten will. Der S&P 500 verlor im Berichtsmonat -2.7%. Auch die europäischen Börsen verzeichneten Verluste in ähnlichem Ausmass: Der DAX gab -2.7% nach, der Euro Stoxx 50 büsste -2.25% ein und Der SMI verlor knapp -1.9%.

 

Zinsen

Festverzinsliche Werte konnten in diesem Umfeld avancieren. US Treasuries Schweizer Eidgenossen und Staatsanleihen aus Kerneuropa profitierten zudem von der Flucht in sichere Häfen. Die Mitglieder des Offenmarktausschuss der US Notenbank hielten am Zinspfad fest und erachten drei Zinserhöhungen für angebracht im aktuellen Jahr (Median). Die Marktteilnehmer rechneten im Vorfeld der FED-Sitzung mit vier Zinsschritten und wurden entsprechend enttäuscht, auch wenn die mittelfristigen Prognosen erhöht wurden. In der Folge avancierten die Preise der Staatspapiere während die Zinsen sanken. Der zehnjährige Treasury rentierte zum Monatsschluss noch 2.74% nachdem im Februar Werte von über 2.9% zu verzeichnen waren. Der Deutsche Bund war auch wieder gesucht. Die Rendite fiel auf 0.5% von zuvor 0.75% in der Spitze des Februarmonates. Die neusten Konjunkturdaten, welche mehrheitlich unter den Erwartungen ausfielen, unterstützten die Nachfrage nach Zinspapieren. Sofern sich die wirtschaftliche Gesamtsituation nicht deutlich eintrübt und die Zyklen nicht neu definiert werden, dürfte der Trend zu höheren Zinsen unnachgiebig anhalten.

 

Währungen

Der EUR hat zum USD im März wieder zugelegt und notiert nun seit mehreren Wochen in einer klar definierten Handelsspanne zwischen 1.22 und 1.25. Der USD verlor vor allem wegen des weniger „Hawkishen" FED und den Spannungen rund um einen möglichen Handelskrieg. Fortschritte bei den Verhandlungen zum BREXIT haben dem Pfund Rückenwind gegeben. So konnte das GBP gegenüber dem CHF von rund 1.30 auf über 1.34 haussieren. Auch gegenüber dem Franken konnte der EUR erstarken und erreichte fast das Januarhoch bei über 1.18.

 

Ausblick

Das tiefe Volatilitätsregime der letzten Monate scheint definitiv vorüber, was an den Tagesschwankungen des Berichtsmonats deutlich gezeigt wurde. Unsere Absicherungsstrategie mit günstigen Optionen hat sich derweilen für das Gesamtjahr ausbezahlt. Die Schwankungen werden auch Chancen bieten, jedoch sehen wir derzeit noch keine klare Bereinigung des Marktsentiments. Im Moment sind noch zu viele Störfaktoren vorhanden, welche eine noch stärkere Korrektur auslösen könnten. Der gesamtwirtschaftliche Wachstums-Ausblick und die vorsichtig agierenden Notenbanken sind positiv zu bewerten, so dass die aktuellen Störfaktoren nur vorübergehend sein dürften. Eine übertriebene Schwäche der Aktien würden wir aus heutiger Perspektive zur selektiven Reduktion der Absicherungen nutzen.