Marktkommentar Januar 2018

Allgemein

 

Die Aktienmärkte setzten den positiven Trend im neuen Jahr fort. An den Devisenmärkten gestaltete sich das Bild jedoch ungleich volatiler. Die EZB deutete erstmals stärker darauf hin, dass das Ende der quantitativen Lockerung wohl bald anstehen dürfte, dies unterstützte den EUR, welcher zum USD zeitweise über 1.25 ansteigen konnte. Die Abschwächung des Schweizer Frankens zum EUR hat jedoch im Januar ein Ende gefunden. Der EUR verlor zum Franken -1.2%. Die Bank of Japan ist derweil noch die letzte der „grossen" drei Zentralbanken, welche verbal noch klar zum Lockerungskurs steht. Das makroökonomische Gesamtbild hat sich mit den jüngst veröffentlichten positiven Daten bestätigt. Das Konsumentenvertrauen in der Eurozone ist auf ein neues Mehrjahreshoch gestiegen und notiert somit über den Werten von vor der Finanzkrise. US Präsident Donald J. Trump bekräftigte anlässlich seiner Rede zur Lage der Nation die Absicht der Lancierung eines umfassenden Infrastrukturprogrammes von über 1.5 Bio. USD und dies obwohl die US Wirtschaft grundsätzlich in sehr solider Verfassung erscheint. Im letzten Jahr hat die US Wirtschaft über 2.5 Mio. neue Arbeitsplätze geschaffen und auch der US Konsument ist gut gelaunt. Die positive Stimmung zeigt sich auch beim Investorenvertrauen, welches mit den sehr hohen Werten kurzfristig sicher eher zur Vorsicht mahnt. Die Schwäche im USD ist im Kontext mit den soliden Wirtschaftsdaten schwierig nachzuvollziehen und sorgte zusammen mit den steigenden Inflationserwartungen für ein Rallye bei den Edelmetallen.

 

Aktienmärkte

 

Die Berichtssaison hat bereits Fahrt aufgenommen und es zeichnet sich ein sehr erfreuliches Gewinnwachstum von über 12% für den US Markt ab. Auch das Umsatzwachstum in den USA ist bisher mit mehr als 7% über den Erwartungen ausgefallen. Ähnlich positiv sieht es in Japan und Europa aus. Der schwache USD verhalf dem S&P500 zu weiteren überdurchschnittlichen Kursgewinnen. In CHF gerechnet fallen die Anstiege zwischen 1-3% für die USA durchschnittlich aus. Der SMI litt wiederum unter den Schwergewichten und schloss 0.5% tiefer. Mehr Dynamik zeigte Europa mit Gewinnen von über 2-3% in EUR bzw. 1-2% in CHF. Wir sind weiterhin zuversichtlich, was den Verlauf der Aktienmärkte anbelangt. Auch die Bewertungen erachten wir im relativen Kontext als angemessen. Jedoch rechnen wir mit höherer Volatilität für das neue Jahr. Insbesondere die seit vergangenem September ansteigenden Zinsen dürften vermehrt für Nervosität sorgen.

 

Zinsen

 

Die steigende Tendenz bei den Zinsen hat sich im Januar vor allem auch im europäischen Markt manifestiert. Die Anleger richten sich auf ein baldiges Ende der laufenden quantitativen Lockerung der EZB ein. Die Renditen zehnjähriger Anleihen sind auf breiter Front um 20-30 Basispunkte angestiegen. Die grosse Ausnahme bildeten die Peripherie-Staaten Spanien und Griechenland, bei welchen die Zinsen leicht fielen. Das lange Ende bei den Hauptmärkten kann sich nach wie vor besser behaupten was bei den gängigen Märkten zu einer flachen Zinskurve führt. Das starke Wirtschaftswachstum sollte theoretisch zusammen mit höheren Inflationserwartungen zu einer steileren Zinskurve führen. Experten sind sich uneinig wieso die Zinsen am langen Ende derart tief geblieben sind. Einige sind der Meinung dass es sich um ein Phänomen des Anlagenotstandes handelt und andere wiederum glauben dass strukturelle Faktoren wie die Demographie, das Internet oder der globale Handel die Inflation tief halten werden. Wir bleiben diesbezüglich vorsichtig mit einer kürzeren Duration positioniert. Denn unter der Oberfläche sind einige Tendenzen auszumachen, welche einen gewissen Preisdruck auslösen könnten, was in der Folge auch zu einer Anpassung der Inflationserwartungen führen dürfte.

 

Währungen

 

Insbesondere die USD Schwäche stand im Zentrum der Währungsmärkte. Der USD Index verlor über 3% nachdem dieser bereits im Vorjahr 2017 fast 10% eingebüsst hatte. Angesichts der Zinsdifferenzen und des laufenden Straffungszyklus in den USA ist die USD Schwäche vermutlich eher ein temporäres Phänomen, welches durch die Markterwartung einer etwas weniger lockeren Geldpolitik in Europa begünstigt wird. Der Schweizer Franken profitierte auch von Spekulationen, dass die SNB den Pfad der EZB beschreiten könnte, sobald letztere mit einer Straffung der Geldpolitik beginnen sollte. Thomas Jordan hat jüngst immer wieder erwähnt, dass der CHF überbewertet ist. Um eine Rückkehr zur Frankenstärke zu verhindern, muss die SNB in dieser Phase den Markt unbedingt verbal „führen".

 

Ausblick

Unsere Positionierung hat sich im Vergleich zum Dezember nur wenig verändert. Selektiv haben wir auf Einzeltiteln Gewinne realisiert. Mittels Put-Option haben wir, wo es die Vorgaben erlauben, eine zusätzliche Absicherung dazu gekauft. Die Zinsen sind unseres Erachtens nach wie vor das grösste Risiko um das laufende Aktienmarktrallye zu unterbrechen. Solange diese nicht zu schnell steigen und die Unternehmungen weiterhin mit soliden Quartalsberichten überzeugen, dürfte der positive Grundton jedoch anhalten. Attraktive Rendite- und Risikoeigenschaften von Unternehmungen, welche verstärkt Aktienrückkäufe tätigen, lassen uns an diesem Übergewicht festhalten (siehe auch im FOKUS).