Marktkommentar August 2018

Allgemein

Die Wirtschaftszahlen im August bestätigten den Wachstumskurs der globalen Wirtschaft. Anlässlich des Treffens der Notenbanker in Jackson Hole waren auch keine nennenswerten Botschaften zu vernehmen. Jerome Powell’s Rede wurde von den Marktteilnehmern jedoch «dovish» interpretiert. Offensichtlich wurde eine strengere Rhetorik bezüglich der vom FED prognostizierten Inflation erwartet. An der Handelsfront gab es im August eine Entspannung. Zwischen den USA und Mexiko scheint ein Abkommen in Aussicht. Zwischen Kanada und den USA fehlt jedoch noch eine Einigung. Die Gespräche mit China laufen im Hintergrund, auch wenn Donald Trump stets betont, dass China derzeit nicht Priorität habe. Bei den Aktienmärkten weitete sich im August die Kluft zwischen den US-Amerikanischen Märkten (S&P, Dow Jones, Nasdaq) und den übrigen Märkten weiter massiv aus. Die amerikanischen Indices legten stark zu während die Europäer und Asiaten deutlich zur Schwäche neigten. Die Atomgespräche mit Nordkorea stehen derweil auf der Kippe. Scheitern die Gespräche, so könnte Nordkorea die Atomtests wieder aufnehmen und die USA würden wohl die Truppenübungen mit Südkorea weiterführen. Die Gefährten des US Präsidenten, namentlich Michael Cohen und Paul Manafort wurden beide in verschiedenen Belangen, welche auch auf den Präsidenten ein negatives Licht werfen, schuldig gesprochen. In erster Linie brisant ist Cohen’s Eingeständnis welches indirekt auch den Präsidenten anschuldigt. Es bleibt hier zu hoffen, dass Donald Trump nicht mit aussenpolitischer Aggressivität von seiner Person ablenken wird.

 

Aktienmärkte

Die guten Unternehmensergebnisse und positive Analystenberichte zum US Technologiesektor konnten vor allem dem Nasdaq Composite und den US Märkten insgesamt Rückenwind verleihen. Auch war eine deutliche Erleichterung aufgrund der etwas entschärften Handelsfront zu vernehmen. So schlossen alle amerikanischen Indices mehr als 2% höher. Ganz anders sah es in Europa aus, welches unter dem italienischen Bond-Ausverkauf litt. Innerhalb der neu gewählten populistischen Koalition gehen nämlich die Meinungen über die Haushaltsdisziplin weit auseinander. Dies verunsicherte die europäischen Märkte. Der DAX verlor -3.5%, der SMI -2.2% und der italienische FTSE MIB Index büsste -8.8% ein. Positiv zeigte sich der Schweizer Small und Mid Cap Index, welcher 0.6% zulegen konnte. Hier stellt sich die Frage, ob die jüngste Outperformance der Schweizer Blue-Chips bereits zu Ende ist.

 

Zinsen

Wie eingangs erwähnt hat das Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole keine markanten Veränderungen erwirkt. In den USA werden nach wie vor zwei Zinsschritte erwartet. Der steigende Stress in den Entwicklungsländern (Türkei oder Argentinien) scheint die Notenbank in den USA noch nicht zu irritieren. Die viel beachtete Zinskurve, also die Renditedifferenz zwischen dem 10-jährigen und dem 2-jährigen US Treasury, hat sich weiter verflacht. Dieses Phänomen wird derzeit in der Finanzgemeinde heiss diskutiert, denn sollte die Renditedifferenz negativ ausfallen, deutet dies meist auf eine kommende Rezession hin (siehe IM FOKUS). Die Kurve hat sich im August nochmals um 10 Basispunkte verflacht, ist aber immer noch positiv. In Europa scheint die Nachfolge des EZB-Präsidenten mehr und mehr durch das Bedürfnis länger anhaltender, lockerer Geldpolitik bestimmt zu sein. Die Chancen des deutschen Verfechters einer strafferen Geldpolitik, Jens Weidmann, sind damit deutlich gesunken. Daher wird die geeignete Nachfolge wohl eine Person sein, die den sehr lockeren Kurs des amtierenden EZB Präsidenten, Mario Draghi, aufrechterhalten dürfte.

 

Währungen

Der EUR konnte zum USD stark avancieren, nachdem dieser zuvor auf ein neues Mehrmonatstief von 1.13 gefallen war. Der EUR/USD stand zum Monatsende bei 1.16. Dies scheint angesichts der Problematik um das italienische Budget eher überraschend und womöglich eher kurzfristiger, technischer Natur zu sein. Andererseits überraschten die Daten in der Eurozone positiv. Rekordhohe Shortpositionen im Schweizer Franken haben zudem im Berichtsmonat den CHF zusätzlich unterstützt. Der EUR verlor -2.9% zum CHF und der USD verlor -2.2%. In den Emerging Markets waren weitere Verluste in der Türkischen Lira (-27% zum USD) und dem Argentinischen Peso (-31% zum USD) zu beobachten.

 

Ausblick

Die breite Divergenz zwischen den weltweiten Märkten scheint ein spätzyklisches Phänomen zu sein. Fallende europäische und asiatische Märkte könnten früher oder später auch eine Korrektur am amerikanischen Markt auslösen, welcher sich bisher sehr robust zeigt. Auch der Handelskonflikt birgt trotz erster Entspannung noch Enttäuschungspotential. Ein Amtsenthebungsverfahren für den US Präsidenten scheint aktuell jedoch nicht realistisch zu sein. Donald Trump geniesst noch immer eine hohe Zustimmung im Volk und bei den republikanischen Kollegen. Weltweit ist die Konjunktur immer noch auf solidem Erholungspfad und die Unternehmensgewinne sprudeln. Dies dürfte weiterhin Aktien zur bevorzugten Anlageklasse machen, auch wenn temporär die Nachrichtenlage davon ablenken will. Wir bleiben verhalten optimistisch positioniert, dies vor allem im US Markt.