Marktkommentar März 2019

Allgemein

Weiterhin schwache Konjunkturdaten und eine zurückhaltende Kommunikation verschiedener Notenbanken, welche ihre Wachstumsprognosen wiederum gesenkt haben, liess die Preise von Obligationen stark ansteigen. Deutsche Bundesanleihen rentierten dadurch erstmals seit 2016 wieder negativ. Auch die USA verzeichnet ein sich abschwächendes Wachstum und somit eine Annäherung an das Potenzialwachstum. Die US-Wirtschaft ist weiterhin breit abgestützt und insgesamt gesund. Ein Wachstum über Potenzial kann aber nicht nachhaltig und über längere Zeit auf den Niveaus der vergangenen zwei Jahre gehalten werden. Zudem kann sich auch die US-Konjunktur nicht von der globalen Abschwächung entziehen. Insbesondere Konsumenten-, Häuser- und Arbeitsmarktdaten kamen unter Erwartungen zu liegen in jüngster Zeit. Die Wachstumsabschwächung hat die US Notenbank wahrgenommen und beendet die Bilanzreduktion im September. Die Zinsmärkte preisen gar eine Zinssenkung für dieses Jahr ein. Die zurückhaltende Botschaft der FED war unterwartet «dovish» und sorgte temporär für Zwischengewinne bei den Aktien welche tags darauf wieder verpufften. Die US-Zinsstrukturkurve hat sich inzwischen weiter verflacht bzw. ist je nach Laufzeiten gar invers (negativ). Der Spread zwischen 10-jährigen US Treasury Renditen und dem 3-Monats-LIBOR (kurzes Ende welches die FED beeinflusst) ist negativ und liegt zum Monatsende bei -20 Basispunkten. Flache aber im positiven Bereich liegende Zinsstrukturkurven erweisen sich häufig als positives Umfeld für Aktienmärkte (siehe auch im FOKUS).

 

Aktienmärkte

Die globalen Aktienmärkte zeigten sich im März sehr unterschiedlich. In CHF gemessen schloss der Euro Stoxx 50 knapp negativ, während der DAX -1.6% verlor. Der amerikanische Dow Jones gab ein viertel Prozent nach, u.a. aufgrund der stark unter Druck geratenen Boeing Aktie. Die asiatischen Märkte zeigten eine heterogene Entwicklung. Während der Nikkei 225 in Japan -0.7% einbüsste, gewann der CSI300 5%. Der SMI kämpft seit Februar mit dem Allzeithöchst bei rund 9550 Punkten und scheiterte auch im März mit einem deutlichen Bruch dieser Marke. Der Index schloss den Monat knapp 1% höher ab. Bald stehen die Unternehmensberichte für das erste Quartal an. Negative Gewinnrevisionen dürften bereits in den Kursen reflektiert sein. Der Gewinnrückgang wird für die USA auf -3% geschätzt, während für das Gesamtjahr ein Gewinn- und Umsatzwachstum von 4% bzw. 5% zu erwarten ist. In Europa schrumpfen die Gewinne um geschätzte -1.4%.

 

Zinsen

Ein schwächeres Wachstumsumfeld und zurückhaltende Notenbanken unterstützten die Anleihenpreise stark. Die Renditen von Staatsanleihen wie Deutschland, Japan und der Schweiz wurden so wieder in negative Terrains forciert. Auch in den USA legten US-Treasuries enorm zu, sodass die Renditen im Monatsverlauf auf ein neues 15-Monatstief von 2.37% fielen. Neben vielen anderen Indikatoren, erwiesen sich gewisse Zinskurven in der Vergangenheit als verlässliche Indikatoren für bevorstehende Rezessionen. Die Rendite-Inversion (höheres Zinsniveau für kurze Laufzeiten als lange Laufzeiten) zwischen 10-jährigen Treasuries minus dem 3-Monats LIBOR hat die letzten 7 Rezessionen mit einer Vorlaufzeit zwischen rund 6 und 24 Monaten angezeigt. Dieses Risikosignal sollte jedoch nie isoliert betrachtet werden. Innerhalb der Bondmärkte zeigen sich divergierende Signale. Während beispielswiese Investment Grade und High Yield Bonds keinen bevorstehenden Stress anzeigen, so tendiert auch die Zinskurve 10-jähriger minus 2-jährige US Staatsanleihen mittlerweile wieder in Richtung Inversion. Das ganz lange Ende der Zinsstrukturkurve legt bereits seit dem Sommer 2018 wieder zu. Eine Differenzierung ist daher imminent wichtig. Mehr dazu (siehe im FOKUS).

 

Währungen

Die Frankenstärke setzte sich im März fort. Der EUR/CHF notiert inzwischen auf dem Jahrestief 1.116. Der USD konnte die Parität zum CHF nicht halten und rutschte zum Monatsende auf 0.995. Das britische Pfund litt wiederum unter den verstrichenen Hoffnungen auf eine raschere BREXIT-Lösung.

 

Ausblick

Die wichtigsten Zentralbanken haben klare Signale der monetären Unterstützung gesendet und die Anleihenmärkte zeigen derzeit eine starke, womöglich verzerrte Divergenz zu den Aktienmärkten. Wir nehmen die Signale der Anleihenmärkte ernst und beurteilen eine Vielzahl anderer Indikatoren. In der Summe rechnen wir nicht mit einer bevorstehenden Rezession für die entwickelten Länder. Auch wenn sich das Wachstum nicht mehr so ausgeprägt beschleunigen dürfte wie in den vergangenen zwei Jahren, nehmen wir bereits erste Anzeichen einer stabilisierenden wirtschaftlichen Aktivität wahr. Wir bleiben somit vorsichtig konstruktiv ausgerichtet. Sollte sich entgegen unserer derzeitigen Einschätzung doch eine stärkere Eintrübung des Wachstums abzeichnen, werden wir die Aktienquote entsprechend aktiv absichern oder reduzieren.