Marktkommentar September 2017

Allgemein

 

Die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA haben sich im September nicht gelegt. So haben die USA mit härteren Sanktionen auf weitere Provokationen aus Nordkorea reagiert. Die Anleger liessen sich nicht mehr von den geopolitischen Spannungen irritieren und konzentrierten sich auf die neuen Pläne zur Steuerreform in den USA. Ein Erfolg hätte der amtierende Präsident Donald J. Trump dringend nötig, denn bisher konnte er noch kein grösseres Gesetz durchbringen. Auch die im Wahlkampf oft genannte Reform des Affordable Care Act ist bisher gescheitert. Wie die Steuersenkungen finanziert werden sollen bleibt nach der jüngsten Ankündigung aber weitgehend unklar. Die Wirtschaftsdaten waren allgemein erfreulich, obwohl die Hurrikan Saison temporäre Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen hat. Die US Notenbank FED hält denn auch konsequent am kommunizierten Kurs fest und will ab Oktober die Bilanz um USD 10 Mrd. pro Monat reduzieren indem die Reinvestitionen von fällig werdenden Staats- und hypothekarbesicherten Anleihen reduziert werden. Ebenso ist eine weitere Zinserhöhung im Dezember nun sehr wahrscheinlich. Die hartnäckig tiefe Inflation bleibt für viele FED Mitglieder ein Mysterium. Janet Yellen will bezüglich des Inflationsausblickes wachsam bleiben aber findet es falsch zuzuwarten bis das 2% Ziel erreicht ist, während einige Mitglieder insbesondere wegen der tiefen Inflation die Zinsen nicht weiter anheben würden. Auch die EZB beliess anlässlich ihres September-Treffens den Leitzins und die Anleihenkäufe unverändert. Bis Ende 2017 sollen weiterhin jeden Monat EUR 60 Mrd. an Staats- und Unternehmensanleihen gekauft werden. Hinweise zum Ausstieg dieser Politik blieben aus und bei der Inflation werde nach wie vor Abwärtsrisiken wahrgenommen.

 

Aktienmärkte

 

Mit wenigen Ausnahmen schlossen die Aktienmärkte höher. Die US Technologiebörse führte trotz dem Anstieg von knapp einem Prozent im September die Gewinnerliste nicht an. Der deutsche Aktienindex DAX profitierte von einem schwächeren EUR und avancierte 5.7%. Das stärkere Britische Pfund vermochte hingegen dem FTSE100, welcher im September 0.8% verlor, einen deutlicheren Dämpfer zu verleihen. Der SMI stieg um 2.6% und notiert damit auf dem wichtigen Jahreswiderstand von 9150 Punkten. Auch der Nikkei 225 war wegen dem schwachen Yen unter den Gewinnern (+3.6%). Das gute Resultat ist atypisch für den Monat September, welcher historisch mit dem Oktober zu den schwächsten Monaten des Jahres zählt. Neue Höchststände in den Indices (auch begleitet mit Small-Caps Barometer) sind jedoch positiv zu werten, auch wenn kurzfristig das Sentiment etwas zu positiv scheint (siehe im FOKUS).

 

Zinsen

 

Die neu entfachte Diskussion um die Steuerreform in den USA in Kombination mit dem Start der Bilanzreduktion der FED und einem möglichen Zinserhöhungsschritt in diesem Jahr führten weltweit zu höheren Zinsen. Die 10-jährigen US-Staatsanleihen sind von ihrem Tief im September um mehr als 30 Basispunkte avanciert. Schweizer Eidgenossen notieren mit -0.08% immer noch negativ und für Deutsche Bunds erhält der Anleger wieder fast ein halbes Prozent pro Jahr. Die Steuerreform in den USA müsste wohl jetzt konkretere Formen annehmen, damit die Zinsen weiter steigen können. Während kurzfristig eine höhere Volatilität der Inflationszahlen, insbesondere in den USA nicht auszuschliessen ist, erwarten wir vorderhand keinen allzu starken Anstieg der Kerninflation.

 

Währungen

 

Nach einer langen Verlustperiode hat sich der USD wieder zurück gemeldet und konnte gegenüber den wichtigsten Währungen zulegen. Der EUR verlor rund 0.8% zum USD und verteuerte sich gegenüber dem CHF kurzfristig auf bis CHF 1.16, bevor eine Korrektur das Währungspaar wieder zum Widerstand bei CHF 1.14 führte. Die SNB beschrieb anlässlich Ihrer Sitzung den Franken immer noch als „hoch bewertet" von zuvor „signifikant überbewertet". Die Änderung der Rhetorik wird von Marktbeobachtern als erster kleiner Schritt zum Anfang der Normalisierung einer ultra-expansiven Geldpolitik beschrieben. Die stark nachgelassene Risikoaversion (siehe auch im FOKUS) könnte zu einer anhaltenden Frankenschwäche führen.

 

Ausblick

 

Im Oktober dürften wieder die Gewinnausweise der Unternehmungen das Kursgeschehen dominieren. Der Streit um den Haushalt in den USA wurde bis zum 15. Dezember mit einer Zwischenfinanzierung vertagt. Das Gewinnwachstum für das dritte Quartal in den USA (S&P 500) wird mit 4.2% und in Europa (Stoxx 600) mit 5.2% geschätzt. Der globale Wachstumsausblick stimmt weiter zuversichtlich und unterstützt ein anhaltendes Gewinn- und Umsatzwachstum auch ins nächste Jahr hinein. Unsere Vermögensallokation haben wir auf dieses Szenario ausgerichtet. Für unvorhersehbare Schocks halten wir nach wie vor Teilabsicherungen durch Put-Optionen, welche bei starken Verwerfungen die Verlustrisiken minimieren. Trotz der guten Stimmung an den Aktienmärkten gehen wir nicht von einem Ende der Hausse aus – dafür sind die Zinsen immer noch viel zu tief und die Notenbanken agieren sehr behutsam mit der Normalisierung der Geldpolitik.