Marktkommentar November 2017

Allgemein

 

Die Finanzmärkte konzentrieren sich auf die Makrodaten und weniger auf politische Handlungen wie die schwierige Koalitionsbildung in Deutschland oder den erneuten Raketentest Nordkoreas zum Monatsende. Mit dem neusten Raketenabschuss steigt der Druck für China, Sanktionen umzusetzen. Die USA fordern diesbezüglich einen Stopp chinesischer Öllieferungen an Nordkorea. Dies habe bereits im Jahr 2003 die Verhandlungsbereitschaft der Nordkoreaner erhöht. Die Nominierung des neuen FED-Chefs Jerome Powell, von welchem Kontinuität in der Geldpolitik erwartet werden darf, wurde gut aufgenommen. Janet Yellen wird im Februar 2018 komplett zurück treten, d.h. dass sie auch auf einen Direktorenposten verzichten wird. Diese Vakanz darf nun wiederum unter der Regie von Donald Trump besetzt werden. Die Konjunktur beidseits des Atlantiks läuft weiterhin sehr gut. Das BIP in den USA konnte im dritten Quartal um annualisierte 3.3% zulegen (zweite Lesung). Deutschland wuchs im drittel Quartal mit 2.3% ebenfalls stark. Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele Umfragewerte der Industrie und des Servicesektors auf Mehrjahreshöchstständen notieren.

 

Aktienmärkte

 

Die Berichterstattung für die Drittquartalszahlen der Unternehmungen ist vorbei und ein sehr positives Bild zeigt sich insbesondere bei den US-amerikanischen Werten. Zwei Drittel dieser Unternehmungen konnten beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen deutlich übertreffen. In Europa ist das Bild indes gemischter. Die Umsätze legten mit rund 5% zu, aber die Gewinne erfuhren lediglich einen Zuwachs von 2% verglichen mit den USA, wo ein Gewinnwachstum von fast 7% erreicht wurde. Das Gesamtergebnis wurde in Europa vor allem wegen enttäuschenden Ergebnissen der Finanzwerte belastet. Die Aktienmärkte stiegen vor allem in den USA an, während in Europa ein negatives Bild herrschte (EuroStoxx50 -2.0%). Grössere Bewegungen gab es bei den Technologieaktien in den USA bei welchen nach einem bisher sehr starken Jahr in dieser Woche kurzfristig Gewinnmitnahmen zu verzeichnen waren. Trotzdem kann der Nasdaq für den November noch ein deutliches Plus ausweisen. Der SMI avancierte dank den Schwergewichten ein halbes Prozent. Die Aktien der kleinen und mittleren schweizerischen Unternehmen beendeten den Monat praktisch unverändert.

 

Zinsen

 

Janet Yellen bestätigte nochmals den stetigen Zinserhöhungskurs des FED und warnte vor einer „boom & bust“ Wirtschaft, welche bei zu starker Überhitzung eine Rezession hervorbringen würde. Damit ist die nächste Zinserhöhung im Dezember weiterhin sehr wahrscheinlich. Viele Marktbeobachter sind angesichts der guten wirtschaftlichen Verfassung jedoch über die sehr flache Zinskurve irritiert. Eine inverse Zinskurve ist oft ein Vorbote einer Rezession. Dieser Zustand ist aber noch nicht erreicht und eine Verflachung der Zinskurve spricht auch nicht zwingend gegen steigende Aktienpreise. In China war die Zinskurve im laufenden Jahr für kurze Zeit negativ und die stark steigenden 2-Jahresrenditen zwangen die Währungshüter in China zu erheblichen Interventionen am Kapitalmarkt. Die guten Konjunkturdaten dürften den Trend zu steigenden kurzfristigen Zinsen weiter unterstützen. In Europa sind die kurzfristigen Zinsen jedoch noch stark von der EZB gedeckelt (siehe IM FOKUS). Höhere Inflation könnte ferner auch das längere Ende der Zinsen beeinflussen. Als Folge der Anti-Korruptionsmassnahmen in Saudi-Arabien, Ängsten über Angebotsengpässe aufgrund der Probleme mit der Keystone Pipeline in Kanada und eine Verlängerung der koordinierten Förderbegrenzungen (inkl. dem nicht-OPEC-Mitglied Russland) ist der Ölpreis auch im November nochmals angestiegen, was die Inflation temporär beeinflussen könnte. Aufgrund der nach wie vor tiefen Kerninflation, befindet sich die EZB in einer geldpolitischen Zwickmühle. Denn ein nachhaltiges und breites Preiswachstum in der Eurozone bleibt noch immer aus. Gleichzeitig verzeichnet Europa das stärkste Wirtschaftswachstum der letzten zehn Jahre und die Expansion ist so breit abgestützt, wie seit 1997 nicht mehr.

 

Währungen

 

Der EUR war nach sehr guten Konjunkturdaten in Europa wieder gesucht. Zum USD konnte dieser fast 2% zulegen und notiert damit nahe dem Jahreshöchststand. Das britische Pfund gewann dank Hoffnungen auf Fortschritte in den laufenden BREXIT Verhandlungen. Bei den Emerging Markets fiel die Türkische Lira auf. Diese sank wegen den politischen Unsicherheiten auf neue absolute Tiefs. Die indische Rupie erhielt Rückenwind von der Heraufstufung der Kreditwürdigkeit Indiens durch Moody’s und konnte so etwas zulegen.

 

Ausblick

Wir bleiben unserer Strategie treu und lassen so unser Aktienübergewicht weitgehend unverändert. Leichte Anpassungen haben wir in geografischer und sektorieller Hinsicht vorgenommen. Das Umfeld ist nach wie vor günstig und spricht für Aktien dank dem laufenden Erholungszyklus, welcher in der Mehrheit der Regionen immer noch durch expansive Geldpolitik unterstützt wird. Die tiefen Volatilitäten erlauben es uns nach wie vor, günstige Absicherungen wo zulässig zu erneuern. Obwohl wir derzeit nicht von einer grösseren Enttäuschung an den Börsen ausgehen, sind wir so gegen exogene Schocks teilweise abgesichert.