Marktkommentar März 2017

Allgemein

 

Seit dem Wahlsieg von Donald Trump im November 2016 hat sich eine beeindruckende Ruhe an den Aktienmärkten eingestellt. Der Dow Jones und der S&P500 vermochten 109 Tage in Folge ohne wesentliche Rücksetzer, welche grösser als 1% gewesen wären, zu steigen. Diese Gewinnfolge wurde schlussendlich am 21. März unterbrochen. Der Dow Jones sowie S&P500 verloren beide mehr als einen Prozentpunkt an diesem Tag. Die neue US-Regierung hat es entgegen ihrer Versprechen bisher nicht geschafft, eine neue Gesundheitsreform durchzusetzen. Die Anleger zweifeln folglich an den vom US Präsident in Aussicht gestellten Reformen und verhalten sich seither zögerlich. Dank den guten Konjunkturdaten konnte die FED die Zinsen bereits um weitere 25 Basispunkte anheben. Überraschenderweise fiel die Entscheidung nicht einstimmig. Ein Mitglied war gegen die Erhöhung und der Wortlaut der Notenbank bezüglich des weiteren Zinspfades war relativ zur Erwartungshaltung der Anleger zurückhaltend. Nach wie vor ist die Lohninflation verhalten und einige BIP-Schätzungen wurden jüngst nach unten korrigiert (siehe IM FOKUS). In den Niederlanden gewann der amtierende Regierungschef Mark Rutte die Wahlen und muss nun neue Koalitionspartner suchen. In Deutschland und Frankreich war eine Erleichterung zu vernehmen obwohl ein Vergleich mit den kommenden Wahlen in Frankreich wahrscheinlich überhastet ist, da es den Niederlanden verhältnismässig sehr gut geht und das Volk wenig Grund für einen totalen politischen Sinneswandel hat. Nach den Wahlen avancierten die peripheren Aktienbarometer deutlich. Auch die Differenz zwischen französischen und deutschen Anleihenrenditen verengte sich wieder unverkennbar als Zeichen der schwindenden Wahrnehmung der politischen Risiken. Diese Erleichterung kam pünktlich zum 60-jährigen Jubiläum der EU an welchem sich die EU-Regierungschefs in Rom für eine gemeinsame Zukunft ausgesprochen haben. Theresa May, welche am letzten Mittwoch das EU-Austrittsgesuch offiziell eingereicht hat, nahm folglich nicht am Jubiläum teil.

Aktienmärkte

 

Der März war seit Oktober 2016 für die US amerikanischen Aktien der erste Monat mit leichten Verlusten. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor -0.6%. Der Unterbruch der oben erwähnten Gewinnserie darf nicht negativ interpretiert werden. Historisch werden starke Gewinnserien an der Börse nach dem ersten Unterbruch wieder von erneuter Stärke begleitet. Der europäische Markt konnte hingegen vereinzelt stärkere Gewinne erzielen. In der Schweiz stiegen die Kurse um 2.9% und der britische FTSE 100 ging mit einem kleinen Plus von 1.1% aus dem Handel. 

Zinsen

 

Im Vorfeld des Zinsentscheides der US Notenbank FED hatten viele Anleger Respekt, dass wegen den anhaltend guten Konjunkturdaten die FED den Markt verbal auf insgesamt vier Zinsschritte vorbereiten könnte. Der tatsächliche Zinsentscheid fiel jedoch deutlich zurückhaltender als befürchtet aus und zur Verwunderung vieler fiel der Entscheid zur Erhöhung im März nicht einstimmig. Die tiefe Kerninflation, zusätzliche Unsicherheit seitens der Fiskalpolitik und tiefere Wachstumsprognosen lassen die FED weiterhin sehr behutsam vorgehen. In den USA sanken die Renditen für 10-jährige Treasuries nach einem Überschiessen auf 2.65% wieder zurück auf 2.38%. Anders sah es in Europa aus, wo die Renditen nach der Zinsentscheidung wegen des positiven Tons der EZB deutlich anzogen.

Währungen

 

Aufgrund der oben beschriebenen Ereignisse verlor der USD im März an Wert. Durch die einseitigen Positionierungen der Anleger wurde die USD Korrektur weiter verstärkt. Der noch vielerorts bis heute vorherrschende Konsens liegt bei einem USD Übergewicht. Unsere Meinung zum USD bleibt angesichts der gedrängten Positionierung der Anleger im Moment noch vorsichtig. Der EUR stieg teilweise auf über 1.08 Franken, konnte aber bis zum Monatsende diese Gewinne nicht halten. Das britische Pfund konnte nach dem eingereichten „Artikel 50" die zwischenzeitlichen Verluste wieder kompensieren.

Ausblick

 

Die fundamentalen Treiber der Erholung sind nach wie vor intakt und die behutsame Vorgehensweise der Zentralbanken dürfte die Volatilität an den Aktienmärkten weiterhin sehr tief halten. Schwindende politische Risiken in Europa erhellen das Bild zusätzlich und trotz des noch unsicheren Wahlausgangs in Frankreich erscheint ein freiwilliger Ausstieg aus dem Euro einerseits wegen gravierenden finanziellen und wirtschaftlichen Folgen, andererseits wegen einer fehlender Parlamentsmehrheit für Marine Le Pen im Fall von Frankreich als unwahrscheinlich. Mit Rücksetzern bei der Implementierung von wachstumsfördernden staatlichen Impulsen in den USA musste von Anfang an gerechnet werden weswegen der bisherige nur milde Rücksetzer an den US Aktienmärkten gerechtfertigt erscheint. Wir erhöhten Ende März unsere Positionierung in den von überdurchschnittlichem Wachstum geprägten, relativ attraktiv bewerteten Emerging Markets und in den USA durch die Auflösung einer PUT Option. Wir sind somit bei den Aktien wieder deutlicher übergewichtet.