Marktkommentar August 2017

Allgemein

 

Nach einer erfreulichen Gewinnsaison, welche vor allem im Juli die Märkte beflügelte, gab es im August nur wenige Anhaltspunkte, an denen sich die Anleger orientieren konnten. So waren auch die gehandelten Volumen eher dünn. Die geopolitischen Spannungen zwischen Nordkorea und den USA haben zeitweise für höhere Volatilitäten gesorgt, jedoch konnte dadurch bisher keine nennenswerte Aktienmarktkorrektur ausgelöst werden. China hat im anhaltenden Konflikt eine sehr geschickte Kommunikation gezeigt. Die Aussage, dass China im Falle einer Aggression ausgehend von Nordkorea neutral bleibt, nahm den Aggressionen Nordkoreas bereits Wind aus den Segeln. China hat aber erst mit den einschneidenden Sanktionen den Druck auf Nordkorea erhöht. Die europäischen Aktienmärkte litten etwas stärker unter den Unsicherheiten und waren zusätzlich mit einem sehr starken EUR konfrontiert. Die makroökonomischen Daten waren im August in den USA wie auch in Europa mehrheitlich stark und untermauern den Erholungszyklus. Zudem scheinen die Konsumenten in den USA zuversichtlich und spendabel, was den US Wirtschaftsmotor stützt (siehe im FOKUS). Investoren, welche auf neue Hinweise zur Geldpolitik der FED und der EZB anlässlich des Notenbankentreffens in Jackson Hole hofften, wurden enttäuscht. Mario Draghi und Janet Yellen hielten sich mit expliziten Äusserungen zur Geldpolitik zurück. Die US Notenbank hat wegen der verhaltenen Inflation und dem bisherigen Ausbleiben fiskalpolitischer Impulse Zeit gewonnen, um die nächste Weichenstellung behutsam zu planen.

 

Aktienmärkte

 

Weltweit schlossen die meisten Aktienindices tiefer. Der Eurostoxx50 verliert -0.8% und der Schweizer Markt (SMI) büsste im August -1.4% ein. Der FTSE100 konnte aufgrund einer erneuten Schwäche im Britischen Pfund auf Monatssicht +0.8% zulegen. Die U.S. amerikanischen Indices haben sich mit +0.05% am breiten Markt (S&P500) ebenfalls relativ stabil gehalten. Das Blue-Chip Barometer in den USA zeigt jedoch nur die halbe Wahrheit: Der sehr breite Index für kleine und mittelgrosse Unternehmungen, der Russell2000, und auch der zyklische Transport Index haben seit ihrem Jahreshoch im Juli  rund -3%, respektive -5% eingebüsst. Dies ist ein Zeichen von abnehmender Marktbreite und wird im technischen Jargon oft als Vorläufer für eine grössere Korrektur gedeutet. Die Schwäche bei den entwickelten Aktienmärkten ging an den Entwicklungsländern gänzlich vorbei. Der MSCI Emerging Markets Index gewann +2%. In Brasilien konnte der Bovespa dank Privatisierungsplänen der Regierung mit +7.5% stark ansteigen und auch die Märkte in China avancierten mit +2.2% dank Hoffnungen auf erneute staatliche Investitionsprogramme

 

Zinsen

 

Die Anleihenmärkte profitieren von der Flucht in sichere Häfen. Viele der wichtigsten 10-jährigen Anleihen rentieren nahe den Jahrestiefstständen. Beispielsweise erhält man für die US Treasury noch 2.13% Rendite p.a. Dies ist jedoch immer noch eine höhere Rendite als ein Anleger beim Kauf einer Italienischen oder Spanischen Staatsanleihe erhält. Beide dieser Länder verfügen über ein deutlich tieferes Kreditrating. Die hohen Renditeabschläge zeugen von einem starken Vertrauen in die Eurozone bzw. in die EZB und einem immer noch sehr alternativlosen Anlageumfeld. Auch bei den Schweizer Staatsanleihen war der Anstieg der Renditen ins positive Terrain nur von kurzer Dauer – mittlerweile rentieren die Schweizer Staatsanleihen wieder -0.2%.

 

Währungen

 

Der EUR konnte seine dynamische Aufwärtsbewegung im August fortsetzen und erreichte zeitweise die 1.20er Marke zum USD. Die verbesserten Aussichten in der Eurozone und das schwindende Vertrauen in die US Administration wirken als starke Antriebskraft in diesem Währungspaar. Entgegen verbreiteter Erwartungen hat Mario Draghi die aktuelle EUR-Stärke am Jackson Hole Treffen mit keinem Wort erwähnt. Die Positionierungen im EUR „Long" Trade scheinen uns aber langsam in einem zu starken Konsens zu münden, so dass positive US Daten oder erste Reformbemühungen in den USA den US Dollar wiederbeleben könnten. Der Dollar-Index verlor knapp 1%. Rohstoffe wie Gold und Kupfer profitierten von der Dollarschwäche. Die Unze Gold schaffte den Ausbruch über die viel beachtete Marke von $1‘300.

 

Ausblick

 

Ende September wird in den USA der Kongress wieder über die Schuldenobergrenze beraten. Die tiefe implizierte Aktienmarktvolatilität als auch die Kreditausfallprämien deutet darauf hin, dass die Investoren an die Erhöhung der  Schuldenobergrenze durch den  Kongress glauben. Eine Einigung in der letzten Minute könnte aber temporär wieder zu Verwerfungen an den Aktienmärkten führen. Dies wäre passend für den im Schnitt ungünstigen saisonalen Verlauf der Aktienmärkte in den Monaten September und Oktober. Daher behalten wir unsere Teilabsicherungen vorerst noch bei. Solange der Wirtschaftszyklus von guten Fundamentaldaten unterstützt wird und die Alternativen im Zinsbereich so unattraktiv sind, bilden Rückschläge jedoch Chancen um selektiv weitere Risiken aufzubauen.