Marktkommentar März 2014

Allgemein

Die Krimkrise zog die Finanzmärkte in der ersten Monatshälfte stark in Mitleidenschaft. Viele Aktienmärkte brachen bis Monatsmitte um rund 5% ein. Die Annektion der Krim durch Russland ist Fakt und das darauffolgende „Sanktions-Ping-Pong“ war zur Gesichtswahrung politisch unausweichlich.

Der US-Offenmarktausschuss hielt erstmals Sitzung unter der Leitung der neuen Vorsitzenden, Janet Yellen. Diese bestätigte den bis anhin eingeschlagenen Weg eines behutsamen Ausstiegs aus der quantitativen Lockerung. Die grosse Mehrheit der Mitglieder des Ausschusses gehen nach wie vor von einer ersten Zinserhöhung im 2015 aus, erhöhten jedoch die Prognose für den Referenzzinssatz per Ende 2015 leicht von 0.75% auf 1%.

In Europa mehrten sich die Anzeichen, dass die peripheren EU-Länder das Schlimmste hinter sich haben und langsam auf den Wachstumspfad zurückfinden. Sollte Matteo Renzi als neuer Premierminister Italiens wirklich grössere Reformen durchsetzen können, würde der Druck auf Frankreich nachzuziehen unweigerlich erhöht, was im Interesse der gesamten EU wäre.

In China schwächte sich die Wachstumsdynamik markant ab, die Angst vor einer harten Landung der Volkswirtschaft nahm deutlich zu. Von offizieller Seite wurde das Wachstumsziel für 2014 von 7.5% bestätigt, jedoch angemerkt, dass temporäre Abweichungen nach unten zugelassen werden können.

Aktien

Nach einem schwierigen Monatsstart beruhigten sich die Märkte in der zweiten Märzhälfte deutlich und die zeitweiligen Verluste konnten vielerorts wettgemacht werden. Per Saldo verlor der SMI 0.25%, der DAX schloss bei -1.4%. Nach dem Treffen zwischen den Aussenministern Kerry und Lavrov sank die Angst vor einer weiteren Eskalation der Krimkrise deutlich, worauf die Märkte mit Kursgewinnen reagierten. Auch bezüglich China, wo die schwachen Wachstumsperspektiven zeitweise belasteten, überwog schliesslich die Hoffnung auf weitere Stimulus-Programme, was insbesondere Aktien der Emerging Markets Auftrieb verlieh. Ebenfalls für positive Impulse sorgten Wirtschaftsdaten aus den USA, welche darauf hindeuten, dass die wetterbedingte Wachstumsschwäche ein Ende findet. Bezüglich Sektoren war eine Rotation zugunsten defensiver Titel zu beobachten, während die Korrektur bei den Biotechwerten anhielt.

Obligationen

Die Kommunikation des FED führte zu einer weiteren Verflachung der US-Zinskurve. Während das lange Ende kaum reagierte, stiegen die Sätze zwischen zwei und fünf Jahren um ca. 0.2% an. Der Markt scheint hier nun wieder eine Durations-Risikoprämie aufzubauen, welche in den letzten Jahren kaum mehr vorhanden war.

Entgegen den Erwartungen beliess die EZB den Leitzins unverändert und kündigte auch keine quantitative Lockerung an. Zum Ende des Monats, nach Bekanntgabe der erneut tiefen Inflationszahlen der Eurozone, liessen diverse Mitglieder des EBZ-Rates jedoch verlauten, dass ein expansiverer Kurs in Zukunft durchaus möglich ist. Beachtlich war auch der unverändert starke Rückgang der Kreditaufschläge für südeuropäische Staatsanleihen. So reduzierte sich die Differenz zwischen 10-jährigen Italienischen und Deutschen Staatsanleihen um 0.12% auf 1.73%. Die Kreditaufschläge für Russische Staatsanleihen kletterten auf den höchsten Stand seit Oktober 2006, die Rendite 10-jähriger Papiere stand zuletzt bei 8.9%.

Währungen

Immer mehr scheint auch die USA ins weltweite Konzert der Währungsmanipulationen einzustimmen. Anders lässt sich die anhaltende USD-Schwäche nur schwer erklären, es sei denn, bereits minime Wachstumsfortschritte in Europa reichen, um den Appetit nach EUR anzuregen. Trotz Aussichten auf eine restriktivere Geldpolitik in den USA konnte der EUR zum USD nochmals leicht zulegen. Aus CHF-Optik war es ein relativ ereignisloser Monat an den Devisenmärkten. Einige Emerging Markets Währungen, wie zum Beispiel der brasilianische Real konnten sich weiter von den Mehrjahres-Tiefstwerten zum USD lösen und auch der russische Rubel erholte sich deutlich.

Ausblick

Wir rechnen nicht mit einer weiteren Eskalation im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Zu stark sind die wirtschaftlichen Interessen und die gegenseitigen Abhängigkeiten (siehe IM FOKUS).

Mit etwas mehr Sorge blicken die Marktteilnehmer zurzeit nach China. Der wirtschaftliche Transformationsprozess mit dem Ziel, den Binnenkonsum zu stärken, bleibt wie erwartet nicht frei von Nebenwirkungen. Viele Probleme sind aber hausgemacht. Beispielsweise ist das chinesische Steuersystem sehr zentralistisch organisiert und erlaubt den Regionen und Kommunen nur sehr eingeschränkt direkte Steuereinnahmen. Auf der Gegenseite mussten diese aber einen beträchtlichen Teil der grossen Konjunktur- und Infrastrukturprojekte finanzieren. Der Umstand, dass nun die Zentralregierung vermehrt zur Unterstützung gebeten werden muss, überrascht also eher wenig. Weitere Ausfälle von Obligationsschuldnern können wohl nicht ausgeschlossen werden, stellen aber auch einen gewollten Weckruf an die Investorengemeinschaft dar, dass wir uns nicht in einer risikofreien Welt bewegen.