Marktkommentar März 2013

Allgemein

Der März brachte den Anlegern einen weiteren Eurokrisen-Showdown, nach langem Ringen einigten sich Zypern und die Troika auf eine schmerzhafte Bankenrestrukturierung. Zypern hatte darauf spekuliert, dass die Eurogruppe die Finanzmarktstabilität nicht wegen eines Kleinstaates aufs Spiel setzen würde und pokerte hoch. Die Troika liess es darauf ankommen, Zypern musste klein beigeben und zahlt nun einen hohen Preis in Form einer schweren Rezession. Für die Eurozone stellt die Einigung jedoch kaum mehr als ein Pyrrhussieg dar. Sollte in Zukunft eine andere Bank im Währungsraum in Schwierigkeiten geraten, dürfte ein Bank-Run beschleunigt ablaufen, da man ab nun bei Bankenpleiten mit dem Einbezug von Einlegern rechnen wird.

In den USA fielen die Makrodaten weiterhin eher positiv aus. So stieg die Anzahl neu geschaffener Stellen im Februar auf 236‘000. Der Budgetstreit konnte zwar noch nicht definitiv beigelegt werden, die Parteien verzichteten jedoch auf destabilisierende Eskalationen, man verlagerte die politische Diskussion auf andere Themen wie die Immigrations-politik. In China vollzog der Volkskongress den Regierungswechsel wie geplant. Staatschef Xi Jinping’s erste Ausland-reise führte ihn nach Moskau, wo er die wachsende Allianz der zwei Blöcke unterstrich. Die Reform der US-Immigra-tionspolitik dürfte also nicht nur ein wirtschaftliche, sondern durchaus auch eine geopolitische Komponente aufweisen.

Aktien

Mit guten Makrodaten in den USA einerseits und der Akzentuierung der Eurokrise andererseits fiel die Performance der Aktienmärkte sehr differenziert aus. Der SMI legte 2.9% zu, der Euro Stoxx 50 hingegen verlor -0.36% und der spanische IBEX sogar -3.8%. Auch Aktien der Emerging Markets büssten deutlich ein, der MSCI Emerging Markets verlor -2.1%. Bei den Sektoren lagen erneut defensive Nahrungsmittel- und Konsumgütertitel vorne, während Banken und Rohstoffaktien deutlich zurückfielen. Letztere liegen seit Jahresanfang nun sogar 12% im Minus (SXPP). Die Volatilität fiel im Monatsverlauf wieder zurück, mit 12.7% schloss der VIX klar unter dem Durchschnitt der letzten Monate.

Obligationen

In der Schweiz und den USA blieben die langfristigen Zinsen praktisch unverändert, die Renditen deutscher Langläufer hingegen sanken nochmals deutlich von 1.45% auf 1.29%. Federal Reserve und EZB blieben im Ton weiter expansiv, erstere senkte ihre Prognose zur Arbeitslosigkeit für die nächsten Jahre zwar leicht, Wachstums- und Inflationsprognosen wurden aber ebenfalls leicht zurückgenommen, was dem Offenmarktausschuss als Begründung für eine Weiterführung der lockeren Geldpolitik diente. Die CDS-Spreads von Italien und Spanien stiegen wieder etwas an, notierten aber weiterhin deutlich unter den Höchstständen vom Sommer 2012. Mit der Untersuchung der EU zu möglichen Manipulationen des CDS-Marktes könnten diese Spreads jedoch weiter an Leitfunktion einbüssen.

Währungen

Die Eskalation in Zypern schadete dem Vertrauen in den Euro deutlich, gegenüber dem USD resultierte ein Minus von 2%. Das Konzept der Einheitswährung erscheint ein wenig angekratzt. Zwar betont die Troika unermüdlich, dass die Kapitalkontrollen in Zypern von temporärer Natur sein sollen, so recht ins Bild einer frei konvertierbaren Währung passen diese Massnahmen jedoch nicht. Der Greenback legte auf breiter Front zu, der handelsgewichtete Dollar-Index schloss mit +1.3%. Mit relativ guten Makroaussichten und einer Geldpolitik die kaum noch lockerer, jedoch irgendwann wieder restriktiver werden wird, könnte die Renaissance des US-Dollar weiter andauern.

Ausblick

Im April werden vor allem die Veröffentlichungen der ersten Quartalszahlen den Börsen neue Impulse geben. Nimmt man die publizierten Einkaufsmanagerindizes als Gradmesser, sollte der US-Markt eher positiv überraschen, während Europa weiter zurückbleiben könnte. Die Eurokrise sollte etwas in den Hintergrund rücken, Neuwahlen in Italien würden frühestens im Juni durchgeführt. In den USA wird die Budgetdebatte weiter gehen, ein grosser Wurf kann aber nicht unmittelbar erwartet werden. Die Bank of Japan wird diese Woche ihre erste Sitzung unter neuem Vorsitz halten, der Markt wartet gespannt auf das Ausmass der quantitativen Lockerung. Falls das Land die Deflationsspirale erfolgreich überwindet, könnten Investitionen und Konsum einen nachhaltigen Wachstumsschub erleben, was das Land angesichts hoher Staatsschulden auch dringend braucht (siehe IM FOKUS). In mittlerer Frist bleiben wir für Aktien weiter positiv, angesichts ungelöster Probleme in Europa werden wir bei den Aktien vorläufig weiter leicht untergewichtet bleiben.