Marktkommentar Februar 2012

Allgemein

Auch im Februar hielt die Eurokrise die Finanzwelt in Atem. Am 21. Februar einigten sich die europäischen Staatschefs in einem Verhandlungsmarathon schliesslich auf ein zweites Hilfspaket für Griechenland. Mit dem Privatsektor wurde ein Schuldenschnitt von 53.5% auf griechischen Anleihen vereinbart. Da die Kosten eines unkontrollierten Zahlungsausfalls von Griechenland ungleich höher gewesen wären, war eine Einigung zu erwarten. Die dem Restrukturierungsplan zugrunde liegende Wachstumsprognose des IMF erscheint jedoch nach wie vor sehr optimistisch. Ein weiteres Hilfspaket dürfte folgen. Der Norden Europas vermeldete eher freundliche Makrodaten, während der Süden weiter zurückblieb. Austerität in Italien und Spanien dürfte im 2012 in beiden Ländern für Rezession sorgen. Insgesamt freundlich fielen die US-Makrodaten aus. Die Arbeitslosenquote fiel auf 8.3%, das Konsumentenvertrauen, erhoben durch die Universität Michigan, stieg auf ein Zwölfmonatshoch. Der Atomstreit mit dem Iran schwelte weiter und liess den Ölpreis auf den höchsten Stand seit 2008 steigen. Die Bank of Japan kündigte eine Ausweitung der Geldmenge um rund USD 120 Mrd. sowie eine Inflationsziel von 1% an. Bei einer aktuellen Kerninflation von -1.1% wird die BoJ ihre Bilanz noch deutlich stärker ausweiten müssen, um die gewünschte Inflation zu erzeugen.

Aktien

Mit der Einigung zu Griechenland und freundlicheren Makrodaten setzte sich der Aufwärtstrend vom Januar fort, wobei die gehandelten Volumen weiter tief blieben. Der SMI gewann 2.3%, der Dow Jones legte 2.5% zu. Die Volatilität, gemessen am VIX, sank weiter auf 18.4%. Auch die Erwartung auf noch mehr Liquidität für die europäischen Banken via dreijährige EZB-Kredite beflügelte die Märkte zusätzlich. Insgesamt nahm das Bankensystem so EUR 529 Mrd. auf, Bankaktien reagierten entsprechend positiv. Pharmawerte hingegen schnitten aufgrund der Sektor-Rotation in zyklischere Titel eher schlecht ab. Das weltweite Volumen an Fusionen und Übernahmen erholte sich im Vergleich zum Januar um USD 80 Mrd. auf USD 187 Mrd. Mit nach wie vor billigem Geld, soliden Bilanzen und einem verbesserten Ausblick dürften viele Unternehmen in den nächsten Monaten die Gunst der Stunde nutzen und geplante Übernahmen umsetzen. Aufgrund der positiven Makrodaten haben wir die Aktienquote unserer Mandate zu Beginn des Monats weiter erhöht.

Obligationen

Die Renditen italienischer und spanischer Staatsanleihen reduzierten sich im Februar weiter, auch bei der Platzierung neuer Anleihen hatten die beiden Länder keine Probleme. Italien platzierte rund EUR 175 Mrd., Spanien konnte EUR 128 Mrd. refinanzieren. Die Spreads 10-jähriger portugiesischer Staatsanleihen erholten sich von 16.4% auf rund 13.8%. Das Land verkaufte einen 21% Anteil an der nationalen Elektrizitätsgesellschaft EDP an chinesische Investoren. Auch Anteile an der Fluggesellschaft TAP und dem nationalen Flughafenbetreiber ANA sollen noch dieses Jahr verkauft werden. In der Schweiz debütierte Fiat mit einer 3-jährigen 5% Anleihe, die aufgrund des generellen Renditenotstandes vieler Anleger sehr gut aufgenommen wurde. In der Tat sank der 10-jährige Franken Swapsatz erneut und schloss den Monat auf rekordtiefen 1.03%.

Währungen

Die Ära der expansiven Geldpolitik wurde mit der quantitativen Lockerung der Bank of Japan weiter fortgeschrieben. Die Ankündigung wirkte, der Yen verlor gegenüber dem Dollar 5.8%. Mit der Einigung zu Griechenland legte der EUR trotz relativer Stärke der USA gegenüber dem Dollar um 2.2% zu. Der Franken veränderte sich kaum gegenüber dem Euro. Solange die SNB kein neues Präsidium besetzt, dürfte hier auch keine Neuigkeit zu erwarten sein.

Ausblick

Die grösste Gefahr geht in den nächsten Monaten wohl weniger von der Eurokrise als von weiter steigenden Energiepreisen aus. Ein Benzinpreis von über vier Dollar pro Gallone in den USA dürfte die Konsumentenstimmung wieder deutlich trüben. Aufkeimende Inflation würde die geldpolitische Flexibilität vor allem in den Emerging Markets wieder stark einschränken. Auch die Handelsbilanzen vieler Ölimporteure verschlechterten sich weiter (siehe Fokus). Die Chance eines Präventivschlages unter israelischer bzw. amerikanischer Führung gegen den Iran erscheint uns momentan eher gering, will Barack Obama den Wahlkampf ja wohl kaum an der Zapfsäule verlieren. Somit bleibt das Umfeld für Aktien weiter konstruktiv, weshalb wir temporäre Korrekturen tendenziell für den weiteren Ausbau der Aktienquote benutzen werden.